Ich freue mich außerordentlich, dass wir heute die Möglichkeit haben, hier im Saar Park Center für eine der spannendsten saarländischen Erfolgsgeschichten zu werben. Und für eine der ungewöhnlichsten.
Wo gibt es das noch, abgesehen von den schönsten Urlaubs-Regionen und Filmkulissen der Republik, dass ausgerechnet Umwelt und Natur die alte, geschundene Heimat zum neuen AufsteigerLand machen?
Wo gibt es das noch, dass diese Republik bereit ist, 14 Millionen € zu investieren, damit auf alten Schutt- und Schrottplätzen, Bergehalden und Schlammweihern in „Landschaftslaboren“ neue kleine Paradiese entstehen, die über 100.000 Menschen Entspannung und Zuflucht in diesen turbulenten Zeiten bieten und Pflanzen und Tieren Schutz geben und sich für Zugvögel als idealer Zwischenstopp eignen ?
Nein, dies ist kein Reservat, keine Schutzzone, die nicht betreten werden darf. Wir kombinieren die schwarzen, tristen Relikte der Montanlandschaft mit frischem Grün, mit Wasser und Sonne, mit Türmen und Wegen, damit Sie sehen, was hier im Laufe der Jahre und Jahrzehnte entsteht.
Und da wird viel entstehen. Aber es dauert. wei alles in der Natur. Bäume udn Wälder brauchen 150 bis 200 Jahre. Das ist echte Nachhaltigkeit. Was wir hier schaffen, wird für Generationen nach uns geschaffen. Was wir dabei brauchen, ist Geduld. Natur braucht Geduld, das lohnt sich.
Ja, wir betreten hier Neuland.
Wir waren geradezu tollkühn, als wir die Idee hatten, die Interessen von Neunkirchen und Illingen, von Merchweiler und Friedrichsthal, von Schiffweiler und Quierschied, von Landkreis und IKS, von Bund und Land zusammen zu führen und zu bündeln, damit hier Großes entsteht. Und es gab auch gar keinen Zweifel daran. Fritz Decker zum Beispiel war Feuer und Flamme.
Ich war dabei, als die UrIdee entstand, sich an diesem Bundeswettbewerb zu beteiligen. Detlef Reinhard, Gerd Reiner Damm, Holger Zeck, Andrea Hartz und ich haben – in der grossen Tradition von Karl Ganser, aus 20, 30 EinzelIdeen ein schlüssiges Konzept gebaut. Wir haben gekämpft, wir haben gestritten, wir haben gelitten und wir haben geliefert.
Damit sind wir gegen 121 Gegner angetreten. Wir hatten keine Chance, aber wir haben sie genutzt. Das heißt: wir haben einen Ideenwettbewerb gewonnen.
In der Urkunde des damaligen Bundesumweltministers Sigmar Gabriel steht:
Die Gemeinde Illingen – Gleiches gilt für die Stadt Neunkirchen und die übrigen Mitstreiter – „wird für ihre Projektskizze Landschaft der Industriekultur Nord mit dem Zukunftspreis Naturschutz 2008 ausgezeichnet.
Das Projekt wurde von einer interdisziplinär besetzten Jury unter 122 Bewerbern als eines der zehn besten und innovativsten Konzepte für Naturschutzgroßprojekte in Deutschland ausgewählt. Die Auszeichnung wird verliehen für die beispielhafte Verknüpfung von modernem Naturschutz und nachhaltiger Nutzung zum Vorteil von Mensch und Natur. Sie ist mit einem Preisgeld von10.000 Euro dotiert.“
Der Pflege- und Entwicklungsplan steht, die Zuschüsse fließen, wir sichern Land und Flur, wir hegen und pflegen. Die Umsetzung hat begonnen. Jetzt heißt es: springen. Und wenn wir jetzt den Weg gehen, den wir 2008 eingeschlagen haben, konsequent, ohne Wenn und Aber, werden wir auch unser Ziel erreichen. Dann werden wir auch das Geld des Bundes sinnvoll einsetzen können. Und nur dann werden wir aus einem kommunalen Flickenteppich und einem landschaftlichen Torso Neuland gestalten, eine Saarengeti des Nordens, ein Paradies für Mensch und Natur.
Und damit Sie diese Intentionen verstehen, haben wir diese Ausstellung gemacht. Wir haben das Saarpark-Center ausgesucht, weil hier die Musik spielt. Wir haben das Saarpark-Center ausgewählt, weil hier Menschen wie du und ich mitten in der Stadt einkaufen und auch Freizeit verbringen. Wir haben das Saarpark-Center ausgewählt, weil es ein Kommunikationszentrum im Herzen der Stadt, im Herzen des Kreises ist, an einem integrierten Standort. Ich danke Centermanagerin Nicole Keller und den drei Verbänden, dem Zentrum für Biodokumentation, der Naturlandstiftung Saar und unseren MItarbeitern Ulli Heintz und Dr Anke Ben Ali für die tolle Arbeit.
Wir wollen sie begeistern und überzeugen. Wir wollen den spröden Charme der städtischen montangeprägten Natur zeigen, in der Hütten und Gruben ihre Schneisen geschlagen, ihre Zähne gebleckt und ihre Umweltsünden hinterlassen haben.
Wir sind die Mutigen, und dass wir die Guten sind, haben wir bewiesen, als wir uns in zwei Bundeswettbewerben gegen die ganz Großen des Landes durchgesetzt haben.
2.500 Hektar für Natur und Mensch !
200 Jahre Bergbau haben nicht nur die Menschen und Ihr Leben geprägt, sondern auch massiv eine Landschaft verändert.
Die Natur scheint verziehen zu haben, denn die Artenfülle ist, trotz und gleichermaßen wegen des Bergbaus , begeisternd !
In vier Landschaftslaboren geht es um die naturnächste Form der Waldbewirtschaftung ( Prozessschutzwald ), die Entwicklung einer halboffenen Weidelandschaft, die von robusten Rinder-und Pferderassen gestaltet wird, um gezielte Eingriffe zum Erhalt hoch spezialisierter urtümlicher Insekten-und Apmphibienarten sowie renaturierte Bachläufe und den Erhalt außergewöhnlich artenreicher ( Orchideen-) Wiesen.
Wir kümmern uns um dieses “ Erbe“ ! machen Sie mit. es lohnt sich.
Es ist eines der spannendsten und innovativsten Naturschutzgroßvorhaben Deutschlands.
Wir sind die Nachhaltigen. Wir sind die Zukunft.